Projekttagebuch – Reflexion

Aufgabe ist es ein persönliches Projekttagebuch für ein Studienprojekt meiner Wahl zu erstellen. Der Fokus soll auf den Kompetenzerwerb liegen. Das ist gar nicht so einfach, denn ein großer Vorteil der Studienprojekte bei Cross Media ist das Prinzip der praxistauglichkeit, d.h. das Erwerben von Kompetenzen läuft quasi ständig und nebenbei „on the job“.

Ich habe mich für das Projekt ICT4D entschieden, da ich, weil es eines der ersten Projekte war, per se schon viel neues gelernt habe und ich zusätzlich das gesamte Projekt sehr detailliert aufgeschrieben habe.

Den Kompetenzerwerb sehe ich hier vor allem in zwei Bereichen:

  1. Tools und Methoden – Neben dem Toolkit zu ICT4D und einigen Online-Tools (Basecamp, Padlet) um die kollaborative (und internationale) Zusammenarbeit zu managen, haben wir verschiedene Methoden zur Entscheidungsfindung und für Feedback (z.B. den Feedbacktree) kennengelernt
  2. Skills – basierend auf diesen Methoden konnte ich meine Erfahrungen im Bereich Kollaboration verbessern. Phasen die von Frustration und von Erfolg begleitet wurden konnte ich so besser einordnen und der Umgang damit vereinfachen.

Dabei half mir, dass eine Person dafür verantwortlich sein sollte, die Kollaboration in einem binationalen Team zu beaufsichtigen sowie eine Auswertung anzubieten. Aus Interesse und weil sich bereits mein Erststudium mit Kulturwissenschaften inkl. Fokus auf Interkulturalität beschäftigte bot ich an, diese Aufgabe zu übernehmen.

Das Projekt startete im März 2015 und bestand im Nachhinein betrachtet vor allem aus zwei intensiven Phasen: der Ideenfindung und der Umsetzung.

Unsere Aufgabe war es im weiten Feld von Klimawandel und Nachhaltigkeit, durch Beobachtung und Interaktion herauszufiltern, was die Menschen davon abhält nachhaltiges Verhalten im Alltag anzuwenden Unsere Aufgabe ist es ein bestimmtes Hindernis zu identifizieren und eine Lösung zu designen, um dieses so einfach wie möglich zu überwinden.

Projektdaten
// Zeitraum: 25.03. – 10.07.2015 (Sommersemester 2015)
// Partner: African Youth Initiative on Climate Change (AYICC)
// Supervisor: Björn Stockleben
// Projektteilnehmer: 11
// Projektumfang: 150h
// 2015_CM_M10_Projekt ICT4D

Projektablauf
// 1. Präsenzphase (25.03.2015)
// 1. Online Phase (26.03. – 06.05.2015)
// 2. Präsenzphase (07.05.2015)
// 2. Onlinephase (08.05. – 04.06.2015)
// 3. Präsenzphase (05.06.2015)
// 3. Onlinephase (06.06. – 08.07.2015)
// Projektpräsentation (09.-10.07.2015)

Phase 1 – Kick-off & Design Challenge finden

Erste Präsenzphase (25.03.2015)
Das erste Präsenz-Meeting fand am 25. März 2015 in Magdeburg an der Hochschule statt. Nach einer Einführung aller Teammitglieder, einschließlich ihrer Fähigkeiten, waren wir in der Lage, verschiedene Arten von Fragen hinsichtlich der vor uns stehenden Aufgabe zu diskutieren. Der größte Teil der des Tages war für die Vorstellung beider Teams sowohl in Deutschland als auch in Kenia gedacht.
Schon zu Beginn wurde Basecamp als Kommunikationstool vorgeschlagen und eingerichtet. Zusätzlich wurde eine Facebook Gruppe gegründet. Trotz der leichten technischen Probleme waren die meisten von uns sehr zuversichtlich bezüglich der Zusammenarbeit mit Kenia. Der Tag endete damit, dass wir das 200 Seiten starke Human-Centered Design Toolkit kennenlernten und uns einen Überblick über das Thema Klimawandel schafften.

Erste Onlinephase (26.03. – 06.05.2015)
In den ersten zwei Wochen nach dem Kick-off Meeting beschäftigten wir uns vor allem mit grundlegenden administrativen Schritten (Arbeits- und Zeiterfassung, Aufgabenteilung im Projektleitungsteam, Dokumentenerstellung und -verwaltung ) und weiter intensiv mit dem HCD Toolkit und bildeten erste Gruppen für den Teil „Research“. Die Projektleitung führte uns in die Zeiterfassungstabelle ein. Ein Tool, dass wir mir bis dato nicht bekannt war.
Die Recherche zum Thema Klimawandel wurde dann auf drei Gruppe verteilt (Klimawandel global, Klimawandel in Deutschland und Klimawandel in Kenia). Anhand dieser Recherchen haben ich mit meinem Team (Klimawandel in Kenia) mit Hilfe einer Tabelle die von der Projektleitung erstellt wurde, versucht eine Design Challenge herauszuarbeiten.
Die Hauptthemen waren Umweltschutz, Wassermanagement, Abfallwirtschaft- und reduzierung und nachhaltiger Transport. Es wurde ein Paddelt Board erstellt, in dem die Projektleitung die Design Challenges aus der Tabelle zusammenfasste und ordnete. Die Fortführung bzw. Entscheidung für oder gegen eine Aufgabe wurde über ein Favoritenvoting entschieden. Jeder durfte drei Sternen vergeben damit sich drei Favoriten herauskristallisieren: weltweiter Transport, Plastikmüll und Klimaflüchtlinge.

Neben den verschiedenen sehr hilfreichen (meist) digitalen Tools für die Zusammenarbeit, habe ich in dieser Phase gelernt, dass es manchmal auch „zu viel“ Freiheit bei der Entscheidungsfindung geben kann. Ich bin eigentlich eine Freundin von Konsens Entscheidungen, aber das hat uns über den gesamten Projektverlauf sehr viel Zeit und Nerven gekostet.

Phase 2 – Recherchemethoden und Entscheidung für die Challenge

Zu Beginn der zweiten Phase gab es zwei größere Umbrüche: wir bekamen eine neues Teammitglied, dessen Integration nicht leicht war und wir haben uns im kleinen Team für ein neues Thema entschieden. Wir begannen uns statt mit der Problematik der Klimaflüchtlingen
mit den Rosenfarmen am See Naivasha auseinanderzusetzen. Die Umstellung war anstrengend besonders angesichts der kurzen Zeit bis zur Vorstellung, fühlte sich aber sofort richtig an und gab uns die Möglichkeit, den Blick noch einmal ganz neu auf unsere Recherchen zum Thema Kenia zu lenken.

Zweite Präsenzphase (07.05.)
Das große Ziel der zweiten Präsenzphase war es nun, sich von zwei der drei übrig gebliebenen Themen zu verabschieden. Das ist uns nicht ganz gelungen, denn am Ende des Tages hatten wir immer noch zwei Themen übrig: „Plastikmüll“ und „Rosen aus Kenia“. Die Entscheidungsprozesse waren wie erwartet wieder etwas langwierig.

In dieser Präsenzphase sind wir auch zum ersten Mal mit dem Feedbackbaum in Kontakt gekommen, um persönliches Feedback von jedem zu erhalten, das trotzdem ein Bild der Gruppe bietet. Hierbei handelt es sich um eine sehr kreative Methode um Feedback zu erhalten, die ursprünglich aus der Sozialpädagogik kommt. Jedes Mitglied schreibt Stichpunkte zum Projekt auf farbige Post-Its und klebt sie auf eine Baumvorlage. Der Baum dient als Metapher mit der ich erst einmal warm werden musste: Dabei stehen die roten Post-Its für die reifen Früchte, also alles was gut lief (positive Erkenntnisse und Erfahrungen).
Die grünen Zettel stehen für die Knospen, alles was gut begonnen hat aber noch ausgebaut werden könnte. Und dann gab es noch die gelben Post-Its, die für die überreifen Früchte oder das Fallobst stehen, hier wird alles
aufgeschrieben was nicht so gut lief, also abgestoßen wurde.

Letztlich konnte ich diese Methode jedoch gut nutzen um meine Zweit-Aufgabe zu bewältigen:
Wir haben den Baum zu dieser Präsenzphase händisch gefüllt und Anfang Juli noch einmal digital über das Realtimeboard. Für die Auswertung habe ich dann auch den ersten Baum digitalisiert und beide zueinander in Korrelation gesetzt und nach den 4 Bereichen, die ich auch im Fragebogen in Frage gestellt habe, geclustert. Das Clustern erleichtere vor allem die optische Zuordnung einer möglichen Bewegung der einzelnen Bereiche. Auch konnte ich durch die Verknüpfungen erkennen wie oft ein Thema in der jeweiligen Phase genannt wurde. So war die Beschäftigung mit dem eigentlichen Thema am Anfang scheinbar viel intensiver, wohingegen das Thema „Projektteam in Deutschland“ am Ende des Projektes
wichtiger war.

Feedbackbaum für das Projekt ICT4D (mit Clustern)

Auch wenn nur noch zwei Ideen „übrig“ waren, haben wir es an diesem Präsenztag nicht geschafft, und für eine Challenge zu entscheiden und mussten diese Entscheidung auf die Online-Phase vertagen.

Phase 3 – Make ideas real

Zweite Onlinephase (08.05. – 04.06.2015)
Über die klassische Methode des Brainstormings wollten wir also nun im der folgenden Online-Meeting alle Ideen, Anmerkungen zu möglichen Design Challenges zu den beiden übrige geblieben Themen sammeln und werten. Jeder sollte gleichzeitig in einer vorgegeben Zeit (ca. 7 min) seine Ideen auf ein Padlet Board schrieben. Danach wurden ähnliche Vorschläge geclustert und mit der bewehrten Sternchen Methode favorisiert. Die meisten Sternchen erhielten letztlich zwei Ideen: eine Kunstausstellung zum Thema Plastik und einer Transmedia Storytelling-Kampagne die sich hauptsächlich mit dem Thema Rosen beschäftigte.Wir entscheiden uns fast einstimmig für die Transmedia-Storytelling-Kampagne.

Mit dem RealtimeBoard haben wir dann bis zur nächsten Präsenzphase und darüber hinaus alle zusammen an der Storytelling-Kampagne gearbeitet und Geschichten und Helden gesucht. Hauptziel der Kampagne sollte sein, die Problematik überhaupt erst einmal präsent zu machen sowie weiterführende Hintergrundinformationen zu bieten.

Dritte Präsenzphase (05.06.2015)
Das große Ziel dieser Präsnzphase war es, DIE Kerngeschichte für unsere Storytelling Kampagne zu finden. So schnell wir uns über das Format (Storytelling-Kampagne) einig waren so lange dauerte dann leider die Suche nach einer echten Story und einen Helden.

Um Daten für meine Zusatzaufgabe zu generieren, habe ich für diese Präsenzphase einen Fragebogen entwickelt, der einen Zwischenstand zum Thema Kollaboration ermöglichen sollte.

Dritte Onlinephase (06.06. – 08.07.2015)
Zu Beginn der Phase mussten wir eine Core-Story für unsere Storytelling Kampagne verfassen. Ich habe, gemeinsam mit einem kleinen Team, an den Dokumenten zu Core-Story-Canvas und Cross Media Story Canvas gearbeitet. Wir haben beide digitalisiert und über mehrere Sitzungen gemeinsam ausgefüllt.

Und irgendwann war auch die Suche nach einer Geschichte erfolgreich beendet: Bereits in der Präsenzphase und auch in der folgenden Woche begegnete uns nun immer wieder die EINE Story, die auch Björn im Blick hatte: UNSERE Story. Eine Geschichte über interessierte Studierende, die über Umwege und Zufälle von den Farmen in Kenia erfahren hat und nun versuchen das eigene Verhalten zu ändern sowie Aufmerksamkeit zu generieren. Letztlich konnten wir uns alle für eine Scroll-Story begeistern, denn so konnten wir den Weg der noch namenlosen Studenten visuell und haptisch gut darstellen.

Unser Held, Viktor (von Victory) steht dabei stellvertretend für unsere studentisches Projektteam und versucht den Weg der Rose
und im speziellen den Weg der Fairtrade Rosen zu verfolgen. Es entstand ein Storyboard für unsere Scrollstory, in dem wir die Geschichte nach Ereignisstationen und Frames aufsplitterten.

Phase 4 – Kollaboration, Präsentation & Fazit

Die letzen beiden Wochen waren geprägt vom Vervollständigen der Scrollstory und der Vorbereitungen zur Präsentation. Hier entschieden wir, dass jeder nun selbst seine Aufgabenpakete schnürt und den Inhalt der Präsentation füllt.

Ich musste mich leider etwas rar machen im Team um meine Aufgabe bzgl. der Kollaboration zu beenden. Bis zum Schluss fiel es mir schwer diese Aufgabe überhaupt zu formulieren und so hatten wir bereits in den Sitzungen davor entschieden, dass wir die diversen Feedbackmethoden zusammenfassen und digitalisieren, was nun in meiner Verantwortung lag.

Die Präsentation verlief dann auch ohne Zwischenfälle. Das Thema hat funktioniert und wir bzw. ich waren gut vorbereitet. Das Feedback auf unsere Präsentation war dann auch weitestgehend positiv und ich hatte das Gefühl, das die meisten unsere Botschaft wohlwollend aufgenommen hatte.

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